Ansage

Zuviel Gequatsche: Veh will dazwischen gehen

HAMBURG. (oh) Der Termin hatte fast etwas festliches. In der Bibliothek des „Grand Elysee“ an der Rothenbaumchaussee stellte sich der neue HSV-Coach den vielen Fragen. Er blieb nicht viele Antworten schuldig und machte in Hinsicht von Abwanderungsgedanken einiger Spieler flugs den Deckel drauf.

Jonathan Pitroipa brachte sich ins Gespräch: Er wolle nur bleiben, wenn er mehr Einsätze bekomme. Armin Veh: “Er hat Vertrag und wird bleiben”, zitiert ihn mopo.de. Ähnlich ist der Sachverhalt bei Ze Roberto. Auch ihn möchte der neue Coach gerne behalten.

“Zé hat Vertrag, wir bestimmen, was passiert. Ich möchte den Spieler behalten. Er ist ein ausgezeichneter Fußballer, der uns gut zu Gesicht steht. Zé wird uns nächste Saison helfen, davon bin ich überzeugt.”

Das kann er auch sein, denn während der HSV im Mittelfeld und Sturm bestens besetzt ist, muß Veh an der Abwehr schrauben.

“Da müssen wir etwas machen”, erklärte Veh schon auf der Pressekonferenz bei seiner Vorstellung.

Im Abwehrbereich hat der HSV mit Rozehnal und Mathijsen nur noch zwei Innenverteidiger. Hier und auf der Außenverteidigerposition soll das Team verstärkt werden. Auch vor der Abwehr möchte Veh noch tätig werden. Zur Verstärkung im Trainerteam ist nach der Verpflichtung von Co-Trainer Michael Oenning der ehemalige HSV-Profi Richard Golz als Torwarttrainer ein Kandidat. Hollands Top-Talent Ibrahim Afellay ist derweil immer noch im Wartestand und hat nach wie vor nicht beim HSV unterschrieben.

Wohin der Weg in der nächsten Saison aber führen soll ist klar: Internationaler Wettbewerb.

“Ich gebe keinen Platz aus. Aber es ist klar, dass wir um die oberen Plätze mitspielen wollen. Das muss immer der Anspruch des Vereins sein. Natürlich ist es nicht schön, dass wir in der nächsten Saison nicht international vertreten sind, doch wir sollten es als Chance nutzen. So können und müssen wir uns komplett auf die Bundesliga und den DFB-Pokal konzentrieren”, so Veh auf der Vereins-Website.

Um das Ziel “Europapokal” zu erreichen, gibt Veh eine deutliche Marschrichtung vor: Zwei Trainingslager sind angesetzt, ein kurzes auf Sylt (01.-04. Juli) und das lange in Längenfeld im Ötztal (Österreich) zwischen dem 19.07 und 30.07.2010. Außerdem will Armin Veh auch mehr Ordnung und Struktur einführen. Stichwort Respekt:

“Wenn zu viel geredet wird, funktioniert es nicht. Dann werde ich dazwischen gehen. Man braucht Distanz zu den Spielern. Eine lange Leine wird es unter mir nicht geben. Die Spieler werden mich siezen, ich werde sie duzen.”

Die Arbeit hat also begonnen und es gibt noch viel zu tun bevor das erste Pflichtspiel in DFB-Pokal Runde 1 (13. -16.08.) angepfiffen wird.