Fazit

Jansen: Deshalb ist der HSV gescheitert

HAMBURG. (oz) Marcell Jansen will wieder angreifen und sich nach seiner Verletzung in der Nationalmannschaft zurück kämpfen. In einem Interview mit ran.de rechnet der HSV-Star jetzt mit seinen Mitspielern und der vergangenen Saison ab.

“Wir hatten kein Recht uns hinter dem Trainer zu verstecken. Erst war alles super mit Labbadia, und dann plötzlich alles schlecht!?”, stellte Jansen die Frage nach dem Charakter der Mannschaft. Und räumte ein, anfangs auch Probleme mit dem umstrittenen Coach gehabt zu haben. Trotz allem lobte er die Philosophie, die Bruno Labbadia an die Mannschaft weiter geben wollte.

“Der Trainer kann nicht immer der Sündenbock sein”, so Jansen weiter.

Jansen kritisierte, dass sich in der Rückrunde die immer wieder geforderten Führungsspieler nicht gezeigt haben. Der einzige, der sich gezeigt habe, so Jansen, sei Frank Rost gewesen.

“Er hat sich zerrissen.”

In der Mannschaft habe man nach den ersten guten Spielen in der Hinrunde schon an die Meisterschaft gedacht und sich auf den Erfolgen ausgeruht.

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“Ich habe gedacht: Jungs ihr wisst doch eigentlich, wie es läuft, ihr seid doch Bundesligaspieler. Und ich habe innerlich mit dem Kopf geschüttelt. Alle Teams, die damals hinter uns standen, haben uns überholt! Alle! Wie kann man sich am sechsten, siebten Spieltag feiern lassen?”

Jansen beklagt die fehlende Konstanz in der abgelaufenen Saison.

Marcell Jansen stellte die Frage nach dem Charakter der Mannschaft und verwies darauf, in der Saison 2008/2009 mit einem deutlich schwächeren Kader, mehr erreicht zu haben. Man habe sich nach schwächeren Spielen einfach den Mund abgeputzt und dann auch wieder vier oder fünf Spiele in Folge gewonnen. Das sei in der letzten Saison nicht so gewesen.

Der neue Trainer Armin Veh kann die Mannschaft weiterbringen, so wie es Veh schon in Stuttgart 2007 gezeigt habe, so Jansen.

“Wir Spieler haben ohnehin die Pflicht, ihm gegenüber völlig unvoreingenommen Leistung anzubieten.”

Auch das neue sportliche Führungsduo Reinhardt/Siegenthaler betrachtet Jansen als Gewinn für den HSV. Diese neue Struktur können helfen, den Verein auch charakterlich besser aufzustellen.

Abstellen müsse man in der neuen Saison auch, Internas nach außen zu tragen. Jansen beklagte, dass man den Medien “viel zu viel Futter” gegeben habe.

Dass er nach seiner schweren Verletzung im Testspiel gegen den FC Südtirol wieder am Ball war, liess Jansen einen Stein vom Herzen fallen. Er habe den Eindruck, dass es von Tag zu Tag besser würde:

“Jetzt geht es darum, jeden Tag ein bisschen mehr zu „beißen“. Mehr kann ich erst einmal nicht machen. Ich habe in den vergangenen Jahren einfach gelernt, dass zu allem immer auch ein bisschen Glück gehört.”

Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika rechnet sich Jansen trotz der Konkurrenz und seiner Verletzung gute Chancen aus, zum Einsatz zu kommen. Auch die Chancen für die anderen HSVer seien immer noch da.

“Ich würde mich selbstverständlich über jeden HSV-Spieler freuen, der mit nach Südafrika reist.”