Ausschlußverfahren

HSV-Boss Hoffmann: Mourinho oder gar keinen

HAMBURG. (oh) Das war aber mal wirklich eine Überraschung! Der HSV verpflichtet Armin Veh als neuen HSV-Chef-Trainer und holt sich mit Bastian Reinhardt für die Position des Sportvorstand gleich noch einen Mann in die Führungsetage, der den Verein nicht nur kennt, sondern auch weiß, wie man mit ihm umzugehen hat.

Kaum hatte sich die Nachricht wie ein Lauffeuer um den Erdball verbreitet, schlagen auch schon die einen oder anderen die Hände über dem Kopf zusammen und sagen in Anlehnung an die Sparkassen-Werbung:

“Wir machen das mit den Fähnchen.”  Soll heißen: Man sucht 11 Monate lang vergeblich einen hochkarätigen Sportvorstand und am Ende wird es der Praktikant – sehr böse!


Armin Veh kommt im Internet auch nicht besser weg. Sprüche wie “der ist doch von der Bundesliga-Trainer Resterampe und nächstes Jahr ‘eh wieder woanders” oder ” der absolute Super-GAU” kursieren in den Fan-Foren. Genereller Skepsis begegnet HSV-Boss Bernd Hoffmann gelassen.

“Möglicherweise ist der Anspruch des einen oder anderen gerade so, daß man aktuell Jose Mourinho verpflichten kann oder sonst gar keinen.”

José Mourinho, Real Madrid

56 Mio. Ablöse: José Mourinho, Real Madrid

Der geht nun aber schon für schlappe 56 Millionen Euro zu Real Madrid. Und so gehörte natürlich Hoffmann zu denen, die um den Portugiesen herum in den letzten Wochen viele Gespräche in Sachen HSV-Trainer geführt hatten.

“Es fühlten sich viele für den Job berufen und haben uns das auch direkt und indirekt zu verstehen gegeben. Wir waren aber sicher, dass Armin Veh in der Situation, in der sich die Mannschaft und der Verein befindet, genau der richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt beim HSV ist”, so der Vorstandsvorsitzende.

Vielleicht gar nicht so verkehrt, denn Veh hatte in Stuttgart eine ähnliche Situation vorgefunden, wurde 2007 Meister und Trainer des Jahres. Der 49-Jährige hat langjährige Erfahrung und mit Stuttgart und Wolfsburg  Kader geführt, die in etwa vergleichbar sind.

“Und er bringt die Souveränität und Freude mit, die ich mir für den Cheftrainer gewünscht habe. Von daher fiel es uns als Vorstand nicht schwer, sehr schnell diese Entscheidung zu fällen. Ich habe ein gutes Gefühl”, erklärte Hoffmann, der im Parallelflug zu Räte-Boss Horst Becker geduldig  alle Fragen zum neuen Übungsleiter beantwortete.

Becker indes schärfte das Profil des neuen Sportvorstands Bastian Reinhardt.

Räte-Boss Horst Becker

Räte-Boss Horst Becker

“Bastian Reinhardt hat das erfüllt, was wir wollen und hat auch es überzeugend rübergebracht, wie er sich das vorstellt. Es hat sich in der Vergangenheit bewiesen, dass er ist ein Teamplayer ist und keine Alleingänge macht. Er hat ohne Frage HSV-Affinität, er kennt unsere Mannschaft und er ist, was in einer Stadt wie Hamburg auch nicht unwichtig ist, medienerfahren.”

Dennoch ruft die Ernennung Reinhardts auch Kritiker auf den Plan. Böse Zungen spekulieren darüber, ob der ehemalige HSV-Verteidiger nicht nur Lösung 1b oder gar 1c gewesen sei.

“Ich finde, man muss jedem eine Chance geben”, sagte Becker. “Es gibt andere, die auch direkt vom Spielfeld auf den Managerposten gewechselt sind. Felix Magath zum Beispiel, Horst Held oder Uli Hoeneß. Ich bin überzeugt, auch nach den Gesprächen mit Bastian Reinhardt, dass er einen guten Job machen wird.”

Bild/Jose Mourinho: ©Tsutomu Takasu