Thema: Europa-League Finale

Ex-HSV-Star Ujfalusi:”Es war wie früher!”

HAMBURG. (oh) Es war ein großer Abend im Volkspark. Atlético Madrid besiegte am Abend Rothosen-Bezwinger Fulham aus London mit 2:1 nach Verlängerung und griff sich alles in allem auch verdient die Trophäe. Aber obwohl die Hamburger schweren Herzens nicht dabei waren, so hielt doch ein HSVer schon vor dem Anpfiff den Pott in die Luft und ein ehemaliger durfte ihn nach dem Abpfiff sogar mit nach Hause nehmen. Zum einen Finalbotschafter Uwe Seeler und zum anderen Ex-HSV-Star Tomas Ujfalusi, Abwehrspieler in Diensten des ersten Europa-League-Siegers Atlético Madrid.

Der Landsmann von HSV-Kapitän David Jarolim brachte ein kleines Stück HSV in dieses Finale.

“Ich habe vier Jahre in diesem Stadion gespielt und ich habe gewonnen, das wird für mich immer etwas ganz besonderes bleiben”, so Ujfalusi.

Besonders war ganz sicher auch die Konstellation, dass die spanischen Fans ihren und “unseren” Tomas ausgerechnet von der Nordtribüne zum Sieg führen konnten. Für den Tschechen ein toller Moment.

“Es war wie früher”, erklärte Tomas “unsere Fans sind überragend, sie haben auf diesen Moment richtig lange gewartet, wir sind alle überglücklich.”

Mit dem Warten hatte er nicht übertrieben, denn während der HSV-Anhang nun in das 28. Jahr ohne europäischen Titel geht, mussten die Madrilenen darauf schon deutlich länger warten: 48 Jahre, den letzten Europa-Pokal gewann der Club 1962 im Pokalsieger-Wettbewerb.

Und so kann sich der spanische Traditions-Club endlich einen neuen Titel auf die Fahne schreiben.

“Wir hätten vielleicht ein-zwei Tore mehr schießen können, aber das ist jetzt auch egal, wir haben das Spiel 2:1 gewonnen und haben es, glaube ich, auch kontrolliert. Fulham hatte nicht viele Möglichkeiten und das Tor war etwas unglücklich für uns”, analysiert der Tscheche und ist sogar froh darüber, dass er gegen Fulham spielen musste und nicht auf seinen Ex-Verein getroffen ist.

“Einer muß ja verlieren und es wäre nicht schön gewesen, wenn Hamburg zweiter geworden wäre”, erklärte Tomas mit einem Augenzwinkern.

Ein direktes Duell der beiden hätte natürlich seinen Reiz gehabt. Vielleicht wäre das Spiel dann für die Spanier gegen den HSV auch deutlich schwerer geworden,

“Schau mal, wir haben gewußt, dass der HSV eine sehr gute Mannschaft hat. Die haben gut gespielt, haben eine sehr gute Mannschaft, die auf beiden Seiten mit Petric und van Nistelrooy nach vorne spielt.

Ja, vor dem Spiel haben wir gesagt, es wäre sicherlich besser gegen Fulham zu spielen.”

Einen Gefallen, dem ihm der HSV, wenn auch höchst wider-  und unfreiwillig getan hat. Und während Atletico noch in der Nacht zurück nach Madrid flog, begannen, nach einem furiosen Abschluß im Volkspark, schon wieder die Aufräumarbeiten.Und davon gibt es beim HSV auch am Tage zurzeit auch wirklich genug.