Aufsichtsrat

Große Lösung: Siegenthaler plus Sportvorstand

HAMBURG. (oh) Der Aufsichtsrat hat Urs Siegenthaler am späten Abend noch einmal als sportlichen Leiter ab dem 01.08. bestätigt und will dem Schweizer weitere sportliche Kompetenz in Form eines “Sport-Vorstandes” an die Seite stellen.

“Urs Siegenthaler, wird sportlicher Leiter, ist zuständig für den Nachwuchs, Scouting und die Kaderplanung. Er wird auch, soweit das während der WM in Südafrika möglich ist, in die Trainersuche eingebunden. Aber er wird nicht dem Vorstand angehören, das haben wir mit ihm besprochen. Das ist auch ursprünglich nicht sein Wunsch gewesen”, erklärte Räte-Boss Horst Becker.

In den letzten Tagen hatte sich jedoch abgezeichnet, dass Siegenthaler keinen zweiten starken Mann neben sich dulden wolle und er einen Platz im Vorstand anstrebe.

Heute erklärte Siegenthaler, dass die Idee einen Platz im Vorstand einzunehmen lediglich ein Gedankenspiel und keine Absichtserklärung gewesen sei. Der Titel sei doch egal, es ginge nur um die Ergebnisse und das beste für den HSV.

Und mehr als zwei Stunden zuvor hatte man den Eindruck, dass Siegenthaler bereits das Handtuch beim HSV geworfen hätte. Kurz nach 20 Uhr flüchtete er förmlich durch die Hotelhalle und verschwand annähernd wortlos und ein wenig geheimnisvoll mit den Worten:

siegenthaler_auto

Ab zum Flughafen!

“Haben Sie Geduld es wird sich alles zum Guten für den HSV wenden.” Mehr ließ sich der 62-Jährige nicht entlocken. Auf die Frage, warum er sich nicht konkreter äußern wolle, schließlich beträfe es ihn doch direkt, antwortete Siegenthaler: “Ich bin niemals betroffen”, stieg lachend ins Auto und wurde zum Flughafen chauffiert.

Minuten später verharrte der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann auf der Galerie des Festsaal-Foyers. Auch Katja Kraus, Vorstand für Marketing und Kommunikation schien für einige Minuten den Sitzungsaal verlassen zu müssen.

Dabei war der Drops offenbar schon längst gelutscht. Ian Karan verließ als erster die Sitzung, verbschiedete sich per Handschlag und sagte gegenüber den wartenden Medienvertretern:

“Es ist alles entschieden, was zu entscheiden war.”