Aufsichtsrat

Siegenthaler: Beförderung in den Vorstand?

HAMBURG. (oh) Mit dem 1:1 in Bremen ging gestern für den HSV eine, an den Ansprüchen gemessen, verpeilte Saison zuende. Trainer weg, Europapokal weg, neue Sportchef-Diskussionen, verpasste Qualifikation für die Europa-League und die ungeklärte Zukunft einiger Spieler, wie Ze Roberto oder Paolo Guerrero.

Die Saison ist rum, aber für den Aufsichtsrat geht die Arbeit damit jetzt erst richtig los. Auf der Agenda steht, neben der Trainerfrage, vor allem auch die Personalie Urs Siegenthaler. Zunächst wollte der DFB-Chef Scout, der ab 01. August die sportlichen Geschicke beim HSV lenken soll, mehr im Hintergrund bleiben. Einen Platz im Vorstand lehnte er zunächst ab. In den letzten Tagen war aber immer wieder zu hören, dass sich der 62-Jährige nun wohl doch eine Position im Vorstand vorstellen könnte.

Und so trifft sich der Aufsichtsrat morgen Abend um 18:00 Uhr im Elysee-Hotel, um nicht nur die vergangene Spielzeit zu analysieren, sondern auch, um Siegenthaler den Weg in den Vorstand frei zu machen. Den ersten Schritt dahin hatte es schon am letzten Montag gegeben, da wurde der Schweizer bereits im kleinen Kreis dem Aufsichtsrat vorgestellt.

Die Chancen Siegenthalers in den Vorstand befördert zu werden sind gut. “Alle sind von Urs Siegenthaler überzeugt”, erklärte Räte-Boss Horst Becker, der mit dem zukünftigen Sportchef noch intensive Gespräche führen wird. Diese werden gerade in der Trainerfrage auch nötig sein, hatte Siegenthaler doch zuletzt seine Rolle bei der Trainerfindung laut klar gemacht: potentielle Kandidaten sollen von ihm allein benannt werden. Das heißt, einen, in den letzten Tagen kolportierten, zweiten Sportchef neben sich, werde er nicht akzeptieren.

“Das ist nicht korrekt”,  stellte Becker am Vormittag klar. “Es war schon in der Vergangenheit bei der Verpflichtung von Labbadia, Jol und Stevens so gewesen, dass Bernd Hoffmann und Dietmar Beiersdorfer das gemeinsam entschieden haben. Das macht nicht einer alleine, das wäre auch verkehrt. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen und wir wollen auch darüber nicht in der Öffentlichkeit spekulieren“, so Becker weiter.

Mit Glück dürfte aber schon morgen Abend das leidige Thema Sportchef nach fast einem Jahr endgültig zu den Akten gelegt werden. Auf die Frage, ob der HSV dennoch weitere zusätzliche sportliche Kompetenz neben Siegenthaler benötige, ließ Becker in beide Richtungen Interpretationsspielraum.

“Jede sportliche Kompetenz hilft uns weiter, aber man kann auch sagen, viele Köche verderben den Brei!”