WM 2010

Vier Freunde für Jogi

HAMBURG. (oz) Frohe Kunde gab es heute für vier Hamburger. Als Joachim Löw in Stuttgart das 27-köpfige vorläufige Aufgebot bekannt gab, waren auch die Namen Boateng, Aogo, Trochowski und Jansen dabei.

Alle Nominierten auf Hamburger Seite können sich berechtigte Hoffnungen machen, auch im endgültigen WM-Kader zu stehen. Die Nominierung durch den Bundestrainer ist nicht nur für die einzelnen Spieler, sondern auch für den HSV ein Zeichen dafür, dass sich die Arbeit der vergangenen Saison trotz aller Widrigkeiten durchaus gelohnt hat.

Während Marcell Jansen und Dennis Aogo bereits am Dienstag von ihrer Berücksichtigung erfahren hatten, drang die frohe Nachricht an Piotr Trochowski und Jerome Boateng erst heute zu ihnen durch.

„Ich lag gerade auf der Massagebank und habe es durch einige Spieler erfahren, die mir gratuliert haben“, sagte Trochowski, der aber nach eigener Aussage keine Zweifel an seiner Nominierung hatte. „Ich habe immer gute Leistungen in der Nationalmannschaft abgeliefert und war in den Qualifikationsspielen immer dabei.“

Auch Jerome Boateng erfuhr es von seinen Teamkameraden:

„Ich lag gerade bei den Physios, als ich es von meinen Kollegen erfahren habe.“

Ob er an seiner Nominierung gezweifelt habe, wollten die fragenden Journalisten wissen.

„Nein, das habe ich nicht, aber ganz sicher kann man sich natürlich nie sein. Ich freue mich riesig und bin zuversichtlich, mit nach Südafrika fahren zu können.“

Das unter Umständen bei der WM bevorstehende Bruderduell im Spiel gegen Ghana sei zwar eine Sache, auf die er sich freue, mit der er sich aber noch nicht beschäftigt habe.

Für Dennis Aogo empfand seine Berufung doch eher als Überraschung:

„Ich bin überglücklich, auch wenn ich nicht damit gerechnet hatte, vom Bundestrainer nominiert zu werden. Meine Urlaubsreise lässt sich wohl stornieren, zum Glück haben wir noch keine Flüge gebucht.“

Während Aogo sich schon Gedanken über einen eventuellen Urlaub gemacht hat, legte Marcell Jansen seine ganze Konzentration der letzten Wochen darauf, möglichst schnell wieder fit zu werden.

„Es ist ungemein wichtig, so ein Warm-up bei der Nationalmannschaft mitmachen zu dürfen. Jetzt kann ich mich mit meinen Kollegen und den Ärzten wieder ganz darum kümmern, richtig fit zu werden. Seit ich am Dienstag wieder richtiges Lauftraining absolvieren konnte, wusste ich, dass ich dabei bin. So war es mit dem Bundestrainer auch abgesprochen.“

Nach dem FC Bayern München, der sieben aktuelle Nationalspieler abstellen wird, ist der HSV zusammen mit dem Erzrivalen aus Bremen die Mannschaft mit den zweitmeisten Nationalspielern, auch wenn es für „Fünf Freunde“, wie nach dem gleichnamigen Hörspiel-Klassiker nicht ganz gereicht hat.

„Ich freue mich mit meinen Jungs dorthin zu fahren. Es ist immer geil, wenn man mit seinen Teamkollegen bei so einem Ereignis zusammen ist“, sagte Marcell Jansen.

Jansen freute sich über die Unterstützung, die er auch während seiner Verletzung vom DFB und dem Trainerteam erhalten hatte:

„Der Bundestrainer hat immer an mich geglaubt und unterstützt, auch in Phasen, in denen es eben nicht so gut lief. Aber natürlich habe ich mir das in meinen vielen Spielen seit 2005 auch erarbeitet.“

Auch HSV-Coach Ricardo Moniz freute sich für seine vier Jungs:

„Ich freue mich für die Spieler, gerade bei Dennis und Piotr gab es noch einige Zweifel, aber sie haben es doch noch geschafft. Ich finde, dass sie es verdient haben. Sie habe spezifische Qualitäten, gerade Piotr Trochowski hat am Samstag seine Stärken gezeigt und das macht mich als Trainer glücklich.“