Versöhnung

Ein Sieg zum Abschied

HAMBURG. (oz) Das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg stand unter keinen guten Vorzeichen. Die Niederlage gegen Fulham und damit das Verpassen des Finales in der Europa-League schmerzte noch nach und so war die Stimmung unter den fast 54.000 Zuschauern. Die große Frage war, wie die Mannschaft unter den Eindrücken der letzten Wochen im letzten Heimspiel der Saison auftreten würde.

Die Antwort gaben die Jungs um Cheftrainer Ricardo Moniz eindrucksvoll auf dem Platz. Der Abstiegskandidat aus Nürnberg spielte wie ein solcher und der HSV gab den Takt vor und zeigte, dass die Fans mit einem Positiverlebnis nach Hause geschickt werden sollten. Der Heimabschied endete mit einem Sieg und sorgte wenigstens für ein bisschen Versöhnung zwischen Mannschaft und Fans.

Jonathan Pitroipa, zwei Mal Mladen Petric und Ruud van Nistelrooy sorgten für ein klares 4:0 und machten damit deutlich, dass die Mannschaft immer noch gewillt und in der Lage ist, ein Spiel zu bestimmen, mit Einsatz und Motivation an eben dieses heran zu gehen und als Sieger vom Platz zu gehen. Warum dieses in den letzten Wochen nur so selten zu sehen war, wird als eines der Rätsel dieser merkwürdigen Saison in Erinnerung bleiben.

Die Beförderung von Ricardo Moniz zeigte auch in seinem zweiten Spiel Wirkung. Der Holländer stellte sein Team hervorragend ein und sorgte dafür, dass seine Mannschaft auch nach der zwischenzeitlichen 1:0 Führung nicht aufsteckte sondern genau dort weitermachte. Auch das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.

Während sich Ricardo Moniz auf der Pressekonferenz nach dem Spiel als neuer Cheftrainer auch in der kommenden Saison empfahl („Ich habe auch Ambitionen“) geht die Suche nach dem neuen Coach für Klubchef Bernd Hoffmann weiter.

In der Sport1-Sendung „Doppelpass“ am heutigen Sonntag vormittag liess sich Hoffmann aber weiterhin nicht in die Karten gucken, kündigte aber eine zügige Entscheidung an:

„Wir wollen in 1-2 Wochen nach dem Saisonende eine Entscheidung präsentieren.“

Dass für den HSV nach dem Stuttgarter Ausrutscher gegen Mainz sogar wieder die Qualifikation für die Europa-League in greifbare Nähe gerückt ist, weckte Erinnerung bei Bernd Hoffmann:

„Wir haben die gleiche Ausgangslage wie auch im letzten Jahr. Wir sind im Halbfinale ausgeschieden und haben im letzten Spiel wieder die Möglichkeit, die Saisonziele zumindest zum Teil zu erreichen. Und mit Bremen haben wir ja sowieso noch eine Rechnung offen.“

Auch wenn der HSV dabei auf die Hilfe der TSG Hoffenheim angewiesen ist. Die Kraichgauer müssen den VfB Stuttgart schlagen, nur dann können die Rothosen mit einem eigenen Erfolg gegen Werder Bremen auch nächste Saison wieder international spielen.

Ricardo Moniz lobte den Auftritt seiner Mannschaft gegen Nürnberg in den höchsten Tönen und gab seinen Schützlingen für Sonntag und Montag trainingsfrei.

Ausruhen für die letzte Aufgabe der Saison.