Europa-League

Petric:”Der Wunsch ist riesig!”

HAMBURG. (oz) Es ist alles ein wenig anders, als es Mannschaft, Fans und Journalisten gewohnt waren in den letzten Wochen. Nach der Beurlaubung von Bruno Labbadia ist ein neues Gefühl zurück gekehrt, was allen Zuversicht und Hoffnung, aber auch Mut und Entschlossenheit vermittelt.

Das große Ziel vor Augen machte sich der HSV Mittwochmorgen auf den Weg nach London. Alle haben sich vorgenommen, am Freitag lachend zurück zu kehren. Mit einem Erfolg gegen den FC Fulham könnte der größte Erfolg der letzten 23 Jahre wahr gemacht werden, der Einzug in ein Europapokalfinale.

“Die Fans haben verdient, dass wir besser spielen und wir wollen es jetzt allen zeigen”, meinte Jerome Boateng, von dem man solch forsche Worte bisher kaum gehört hatte.

Auch der Kapitän, Joris Mathijsen, geht optimistisch in das Halbfinale:

“Wir spielen ein Endspiel. Es ist zwar nur ein Halbfinale, aber für uns ist es schon eines. Es steht immer noch 0:0, alles ist möglich.”

Die erschreckend schwache Leistung in Hoffenheim, das Aus für Bruno Labbadia, all das gehört schon jetzt in die Geschichte des Hamburger Sport-Vereins, die Zukunft liegt morgen in den Händen von Neu-Trainer Ricardo Moniz und seiner Mannschaft.

Ruud van Nistelrooy, dessen Einsatz bis Montagmittag noch in den Sternen stand, kündigte gestern vor dem Abflug nach London einen heißen Tanz an und forderte von allen vollen Einsatz:

“Es ist eine historische Chance, dieses Finale zu erreichen. Ich brenne, wir brennen. Ich werde morgen alles tun. Für den HSV ist es morgen ein großes Spiel. Mit Worten glaube ich nicht daran, morgen müssen wir zeigen, dass wir es schaffen. Es ist wichtig, konzentriert zu sein.”

Dass alle Akteure alles für dieses Ziel geben wurde auch deutlich, als der verletzte Bastian Reinhardt und der gesperrte Piotr Trochowski mit in den Flieger stiegen. Es soll wieder Zusammenhalt herrschen, die Konzentration auf Fulham, mit jedem Einzelnen.

Ricardo Moniz hat in den ersten Trainingseinheiten einen Kontrast zu dem sonst üblichen Training unter Bruno Labbadia geboten: laut, schnell, ausdauernd.

Mladen Petric und Ricardo Moniz kennen sich schon seit zehn Jahren, bereits bei den Grashoppers Zürich hat Petric unter Moniz trainiert:

“Er ist ein fussballverrückter im positiven Sinne. Man merkt es ihm in allen Bereichen an, auf dem Platz, in der Ansprache. Ricardo ist ja nicht ganz neu, sondern schon ne zeitlang hier. Es ist halt ein wenig was anderes, eine Veränderung für uns alle, das kann uns weiter helfen.”

Auch Petric ist heiß auf das Finale. Der Kroate ist fit für heute abend, bereit für ein ganz großes Spiel.

“Der Wunsch ist riesig, dabei zu sein, und wir werden alles daran setzen, das zu schaffen. Wir sind von unseren Stärken überzeugt und werden uns nicht verstecken. Es ist eine einmalige Gelegenheit für uns alle.”

Schon heute Abend können Petric und Co. zeigen, dass sie es können.