Europa-League

Moniz:”Wir gehen dahin, um ins Finale zu kommen!”

HAMBURG-FLUGHAFEN (oh) So gegen 10:30 Uhr hatte der HSV-Tross die Sicherheitssperren in der Airport-Plaza hinter sich gelassen und dabei den nächsten Schritt in Richtung Europa-League Finale gemacht. Etwas Ruhe war eingekehrt!

Davon konnte Minuten zuvor für den neuen HSV Chef-Coach Ricardo Moniz nicht im entferntesten die Rede sein. Das mediale Interesse an dem Technik-Trainer, der am Montag das Amt von Bruno Labbadia übernommen hatte, war riesig. Und Moniz legte in Sachen Fulham die Karten auf den Tisch.

“Ich denke dass Fulham im Hinspiel durch die lange Reise (wg. des Flugverbots, der Vulkan-Aschewolke, d. Red.) beeinflusst war. Ich habe sie gegen Wolfsburg und Juventus Turin anders gesehen und sie haben Shakhtar Donezk (amptierender UEFA-Cup Sieger, d. Red.) weggeputzt. Aber wir gehen dahin, um ins Finale zu kommen. So einfach ist das!

Klingt sehr selbstbewußt, doch Moniz sieht bei allem die Mannschaft an erster Stelle. “Meine Rolle als Trainer ist auf die Spieler gerichtet, dass jeder bei Kräften ist und Selbstbewußtsein hat. Ich komme an zweiter Stelle.”

Dennoch ließ der 45-Jährige keinen Zweifel daran, dass er die Entscheidungen zu treffen hat.

“Ich mache das alles allein und ich  finde es auch wichtig, das nur eine Person entscheidet. Natürlich musst du den Spielern auch zuhören, denn du lernst von jedem Spieler. Aber ich bin die Person, die die Richtung vorgibt, das ist klar”, analysiert Moniz seine Funktion als neuer HSV-Trainer.

Genauso konnten die Trainingskiebitze den Niederländer schon zu Zeiten von Labbadia kennenlernen. Lautstark hält er die Mannschaft auf  Konzentrations-Level. Wer’s nicht richtig macht, bekommt Tips und versucht es einfach nochmal. Aber Moniz versicherte, dass er auch mit richtungsweisenden Informationen dosiert umgehen kann. Besonders vor dem heißen Tanz in Craven Cottage beim FC Fulham.

“Es ist soviel passiert in den letzten Tagen. Du musst das jetzt Stück für Stück vorantreiben. Da gab es gestern ein paar Informationen, heute Abend kommen noch etwas mehr dazu. Morgen Vormittag haben wir dann nochmal Training und dann muss es morgen Abend losgehen.”

Klare Strukturen eines durch und durch fußballbessesenen Trainers, etwas was auch dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann gefällt.

“Er hat sofort das Kommando tatkräftig übernommen und alles, was ich an Rückmeldungen bekommen habe, ist ausgesprochen positiv Wir wollen sehen, ob die Mannschaft diesen guten Geist auf dem Platz umsetzten kann. Es geht jetzt darum den Blick nach vorne zu richten. Wir haben morgen eine historischen Chance ins Europa Pokalfinale im eigenen Stadion einzuziehen und das ist das einzige, was jetzt zählt”, so der HSV-Boss.

Apropos Geist: Genau den, oder besser den vermeintlich verloren gegangen Teamgeist wollte der ehemalige HSV-Medienpartner Radio Hamburg nun am Vormittag zurück in die Mannschaft bringen. Dafür verkleidete sich Verkehrs-Side-Kick Horst mit einem Bettlaken als “Schloßgespenst” und wollte sich unter die HSV-Profis mischen.

Eine Aktion, die wohl eher nach hinten losgegangen ist, denn Torwart Frank Rost fand das gar nicht witzig. Er riss dem Moderator das Gewand vom Kopf und ließ sich auf ein Wortgefecht mit dem “Geist” ein. So nahmen HSV-Offizielle den Moderator beiseite und baten ihn, dem Spuk eine Ende zu bereiten. Horst erklärte später, dass er doch nur seine Arbeit hier mache und die Aktion nicht böse gemeint sei.

Lustig war sie aber auch nicht!

Und doch konnte der Sender wohl bei Ruud van Nistelrooy und David Jarolim Pluspunkte sammeln, die den “Stunt” mit einem Lächeln quittierten. Der Kapitän bat den “Teamgeist” sogar darum mit ins Flugzeug nach London zu steigen.

Der musste aber am Boden bleiben und sollte vielleicht in Zukunft lieber bei den Gegnern des HSV mit den Ketten rasseln.