Auftakt

Erste Ball-Einheit für Marcus Berg

HAMBURG. (oh) Das Interesse an dem neuen HSV Stürmer-Star war groß. Etliche Zaungäste waren am Vormittag zum Training der Rothosen gekommen. Sie wollten sehen, wie sich “Schweden Bomber” Marcus Berg (sieben Tore bei der U21-Euro) nach seiner gestrigen Vorstellung, heute am Ball schlägt. In der ersten Trainingseinheit mit dem Spielgerät konnte sich der 22-Jährige noch nicht gravierend in Szene setzen. Bruno Labbadia hatte zum Taktik-Training gebeten. Besonders wichtig sollte dabei die Kommunikation sein. So spielten sich die Rothosen die Bälle kreuz und quer über drei abgeteilte Spielfelder zu.

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Studie: Berg am Ball

Die Interaktion unter den Spielern in unübersichtlichen Spielsituationen sollte gefördert werden. Dessen Erfolg wurde zumindest für die Zuschauer am Spielfeldrand nicht wirklich ersichtlich. Taktik-Trainer Ricardo Moniz (schon unter Martin Jol dabei) gestikulierte und gab laute Anweisungen. Auch Marcus Berg musste hier das eine oder andere Mal die Laufrichtung angezeigt werden. Es wurde viel erklärt, so dass auf dem Feld häufig Stillstand angesagt war.

HSV-Boss Bernd Hoffmann

HSV-Boss Bernd Hoffmann

Auch HSV-Boss Bernd Hoffmann war wohl neugierig geworden. Mit Telefon und Knopf im Ohr schaute er vom Umflauf des A-Ranges der Südtribüne aufmerksam zu. Seine auffällig-markante Sonnenbrille erinnerte ein wenig an die Stubenfliege Puck aus der Biene Maja (s.h. Foto oben). Einen Kommentar zum Trainingsablauf wollte Hoffmann zunächst nicht abgeben. Doch als er nachträglich erfuhr, dass Labbadia seine Spieler zu Beginn des Trainings über die Anhöhe hinter den Toren hatte hetzen lassen, wunderte sich Hoffmann doch etwas.

“Ach das Ding wird genutzt? Ich dachte eher das wäre ein Mahnmal”, so Hoffmann schmunzelnd.

Zugegeben, dieser kleine Hügel lebte eher ein tristes Dasein unter Martin Jol, doch Mladen Petric konnte sich gut an diesen Hügel erinnern. “Auch bei ihm sind wir in der Vorbereitung diesen Hügel hochgelaufen”, so Petric.

Beim HSV soll es noch höher hinausgehen.

Beim HSV soll es noch höher hinausgehen.

Während der vielen englischen Wochen habe Jol auf diese Trainingsform verzichtet, erklärte Petric weiter, dessen Flirt mit dem VfL Wolfsburg offenbar noch Gesprächsbedarf zwischen Stürmer und Vereinsführung erfordert.

Der Deutsche Meister hatte seine Fühler nach dem kroatischen Nationalspieler (Vertrag bis 2012) ausgestreckt. Wolfsburg eröffnete den Poker mit neun Millionen Euro, zu wenig für den damaligen Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer. Petric hatte sich seiner Zeit aus seinem Urlaubsort auf der Insel Kreta gemeldet, und habe gesagt, dass er von der Vereinsführung dahingehend einen Anruf erwarten würde. Dieses soll aber nicht geschehen sein. Beiersdorfer sah dafür auf damalige Nachfrage auch überhaupt keinen Grund.

Petric bleibe hier, so die Vereinsführung. Basta!

In einem aktuellen kicker-Interview erklärte Petric nun, dass er und sein Berater im Sinne einer Klärung auf ein Gespräch mit der Vereinsführung hoffen, um über die Vorfälle und Missverständnisse vor einigen Wochen zu sprechen. Für Petric und den HSV geht es am Ende vielleicht schon um die vorzeitige Verlängerung seines Vertrages oder um eine anders geartete Lösung. Ob es schon einen Termin für das Gespräch gebe verneinte Petric. Und auch Bernd Hoffmann erklärte auf Nachfrage von bild.de vor versammelter Presserunde, dass es bis jetzt von Vereinsseite auch keinen Termin gebe. In Anbetracht des Interesses Wolfsburgs, sehe es Petric allerdings auch heute noch als völlig normal an, dass man sich, zusammensetze.

Mladen Petric, Marcus Berg und Marcell Jansen

Mladen Petric, Marcus Berg und Marcell Jansen

“Wenn ein Spieler von einem anderen Klub gelockt wird, der eine Menge Kohle auf den Tisch wirft, der Verein einen aber nicht gehen lässt, dann ist es völlig normal, darüber zu sprechen”, so Petric. Petric, der beim HSV ca. 2,7 Millionen Euro verdient, sollte beim Deutschen Meister das doppelte kassieren. Für übermorgen soll sich sein Berater Volker Struth in Hamburg angekündigt haben.

Bleibt am Ende doch wieder Raum für Spekulationen. Legt Wolfsburg, letzte Offerte soll laut mopo.de bei 15 Millionen gelegen haben, doch noch was drauf, lässt der HSV seinen Superstürmer für 10+X Millionen doch ziehen und kommt vielleicht doch noch Rafael van der Vaart zurück nach Hamburg? Bernd Hoffmann scheint den kleinen Engel, trotz anderslautender Meldungen noch nicht gänzlich aufgegeben zu haben. “Ein van der Vaart ist immer im Hinterkopf”, so der HSV-Boss am Rande der Vorstellung Marcus Bergs am Montag.