Vorstellung

Labbadia:”Habe keine Ausstiegsklausel!”

HAMBURG. (oh) Die Zeichen stehen auf Kontinuität beim HSV, bestes Signal ist der Vertrag mit Bruno Labbadia (43), der unter keinen Umständen ein vorzeitiges Ende vorsieht.

“Nein, ich habe keine Ausstiegstklausel”, erklärte der smarte Hesse mit italienierscher Abstammung.

Wenn man die letzten 8 Jahre (sieben Trainer) beim HSV betrachtet, ist dies eine durchaus beruhigende Nachricht aus der Vorstandsetage. Bruno Labbadia unterschrieb einen Dreijahres-Vertrag bis 2012.

Bruno Labbadia bei seiner Vorstellung

Bruno Labbadia bei seiner Vorstellung

“Es war von Anfang an ein großer Wunsch auch vom Verein mit mir längerfristig zu arbeiten. Ich wollte auch in Leverkusen länger arbeiten, weil ich weiss, dass die Arbeit, die ich im ersten Jahr investieren muss, sehr intensiv ist und dass die Arbeit auch nicht immer gleich Früchte trägt”, so Labbadia heute Mittag auf der Pressekonferenz bei seiner Vorstellung.

“Ich glaube eine gute Arbeit zeichnet sich erst dann aus, wenn man mal längerfristig arbeiten kann. Das erhoffen wir uns alle, das war ein klares Signal vom Verein. Das zeigte mir einfach, dass der Verein an meine Stärken und Fähigkeiten als Trainer glaubt.”

Genau das unterstrich Bernd Hoffmann auch nocheinmal:

“Wir sind sehr froh, dass er hier ist, dass er sich für uns entschieden hat. Es war unser Wunsch, dass er zu uns kommt, wir sind absolut überzeugt von seiner Qualität, aber auch vom Maß der Identifikation und Leidenschaft für den HSV. Das war uns ein ganz wichtiges Kriterium. Wir sind sicher, dass er die Kontinuität auf die Postion des Cheftrainers bringen wird, die wir uns schon seit Jahren vorstellen.”

(v.l.)  Dietmar Beiersdorfer, Bruno Labbadia und Bernd Hoffmann

(v.l.) Sportchef Dietmar Beiersdorfer, Bruno Labbadia und HSV-Boss Bernd Hoffmann

Hoffmann erklärte, dass man mit Labbadia im Team den einen oder anderen sportlichen Rückschlag, auch wenn man ihn nicht einplane, gut wegstecken könne. Klingt nach Rückendeckung auch in schweren Zeiten für den neuen Trainer, der mit Sportchef Dietmar Beiersdorfer einen alten Weggefährten wiedertrifft. Beide spielten schon Ende der Achtziger zusammen beim HSV.

Nun heisst es sich auf die Zusammenstellung des Kaders für die neue Saison zu stürzen und kurzfristig gute Leute zu finden. Ein schweres Unterfangen, doch in Panik müssen die Fans der Rothosen nicht gleich verfallen, denn Labbadia sagte, wenn man das Gefühl habe einen besseren Spieler zu bekommen, dann müsse man Geduld haben. Er sei sich aber auch bewusst, dass dies nicht die Idealsituation sein könne. Labbadia sollen mehr als 16 Millionen Euro für Neuverpflichtungen zur Verfügung stehen.

Der HSV wird mit den vorhandenen Mitteln gut umgehen müssen, etwa zehn Mannschaften werden sich auch in der nächsten Saison um fünf internationale Plätze streiten. Daher wundert es nicht, dass sich Beiersdorfer und Labbadia unmittelbar nach Labbadias Wechsel zum HSV, intensiv um die Verstärkung der Mannschaft kümmern.

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Labbadia hat wenig Vorbereitungszeit.

“Wir werden versuchen, die Mannschaft punktuell zu verbessern”, so Labbadia, der auf das Treiben der anderen Vereine verwies, die alle in die internationalen Ränge wollen.

Labbadia lobte die Substanz der Mannschaft, man habe mit Rost, Mathijsen, Jarolim, Trochowski, Guerrero, Petric eine Achse, die ein gutes Potenzial biete. Um den Kader aber vervollständgen zu können, müsse man sich auf die Gegebenheiten einstellen.

Dennoch bleibt dem HSV nach dem Urlaub nur wenig Zeit bis es zum ersten Showdown in der Qualifikation zur neuen Europa League kommt (30.07. und 6.08.09). Keine Ewigkeit! Vielleicht sogar zu wenig, um mit einer eingespielten Elf die ersten Erfolge einzufahren. So würde sich der neue Übungsleiter sicher mehr Zeit wünschen, zumal er bei der Vorbereitung keine Rücksicht auf Freundschaftsspiele nehmen wolle, egal gegen wen es gehe.

“Ein Trainer muss sich davon freimachen in der Vorbereitung nur auf Ergebnis zu spielen, ich möchte meine Mannschaft für die ganze Saison fitmachen.”

Etwas was man gerne hört, schliesslich müsse es Ziel des neuen Trainers sein, nicht nur attraktiven Fussball in Hamburg spielen zu lassen, sondern auch einen Leistungseinbruch gegen Ende einer Spielzeit zu verhindern. Deshalb schaut Labbadia nicht nur auf den internationalen Handelsmarkt, sondern macht sich auch bei den eigenen Amateuren schlau. Dafür machte er sich am Nachmittag auf den Weg zur zweiten Mannschaft des HSV, die in der Regionalliga gegen Wolfsburg II mit 2:1 gewann.

Vielleicht ein gutes Omen!