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Pos Mannschaft Sp Tore Diff Pkt 1 •
Bor. Dortmund 34 66:22 44 75 2 •
Bay.Leverkusen 34 64:44 20 68 3 •
Bay. München 34 81:40 41 65 4 •
Hannover 96 34 49:45 4 60 5 •
Mainz 05 34 52:39 13 58 6 •
1. FC Nürnberg 34 47:45 2 47 7 ↑
1. FC K'lautern 34 48:51 -3 46 8 ↓
Hamburger SV 34 46:52 -6 45 9 ↓
SC Freiburg 34 41:50 -9 44 10 ↑
1. FC Köln 34 47:62 -15 44 11 ↓
Hoffenheim 34 50:50 0 43 12 ↓
VfB Stuttgart 34 60:59 1 42 13 ↓
Werder Bremen 34 47:61 -14 41 14 •
FC Schalke 04 34 38:44 -6 40 15 •
VfL Wolfsburg 34 43:48 -5 38 16 •
Bor. M'Gladbach 34 48:65 -17 36 17 •
Eintr. Frankfurt 34 31:48 -17 34 18 •
FC St. Pauli 34 35:68 -33 29 -
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16. April 2010
Thema: 50+1 Regel
Der Fussball-Revolutionär
HANNOVER. (oz) Martin Kind sieht nicht aus wie ein Revolutionär. Auch mit Che Guevara hat er nicht viel gemeinsam. Kind ist im Hauptberuf Chef eines Hörgeräte-Unternehmens und nebenbei noch Vorstandsvorsitzender des Fußballvereins Hannover 96.
Martin Kind gilt in Hannover als der Mann, ohne den es den Fußballclub Hannover 96 nicht mehr geben würde. Er übernahm den Posten des Vorstandsvorsitzenden in der größten Krise des Vereins, als „96“ in der Regionalliga spielte, Millionenschulden hatte und kurz vor der Insolvenz stand.
Kind brachte Hannover 96 wieder auf Kurs. Die Rückkehr in die Zweitklassigkeit 1998 ist für Martin Kind bis heute der „größte emotionale Moment“ seiner Amtszeit. Der Mann, der nicht gerade für Emotionen steht, kann eben auch anders.
Fußball ist für Kind ein Geschäft, das er anfangs unterschätzte. Er trieb die Modernisierung des Klubs voran, was nicht immer geräuschlos gelang. Bis heute hat Martin Kind sieben Manager und elf Trainer verschlissen.
In diesem Jahr wird der rastlose Unternehmer 66 Jahre alt. Für viele Arbeitnehmer ist es kurz vor dem Ruhestand, nicht so für ihn. Für Kind sind Vereine Unternehmen und die brauchen Geld, um erfolgreich sein zu können. Dazu passt Martin Kinds bisher größtes Projekt. Die Abschaffung der sogenannten 50+1 Regel im Profifußball, welche besagt, dass ein Verein mit mindestens 50% plus einer Stimme an derjenigen Kapitalgesellschaft beteiligt sein muss, welche die Lizenzspielermannschaft in der Bundesliga betreibt. Was sich kompliziert anhört, ist ganz einfach. Viele Bundesligisten haben ihre Profimannschaft aus dem Mutterverein in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert, damit das wirtschaftliche Risiko nicht mehr bei den Vereinen liegt und Im Falle einer Insolvenz nur noch die Kapitalgesellschaft betroffen ist, nicht aber der Verein mit seinen Jugendmannschaften und anderen Sportabteilungen. Hannover 96 ging als einer der ersten Klubs den Weg der Ausgliederung. Nur so war es möglich, überhaupt wieder Sponsoren für den gebeutelten Klub zu gewinnen.
Im November 2009 startete Kind den ersten Anlauf. Bei der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) scheiterte er mit seinem Antrag, die 50+1-Regel aufzuweichen. Eine einzige Stimme erhielt er für seinen Vorstoß, es war seine eigene. Doch Kind lässt sich nicht entmutigen, er will weiter machen. Seine Kritiker kommen vor allem aus den Reihen von Borussia Dortmund, wo man schon unsägliche Erfahrungen mit Investoren und der Abgabe von Macht und Einfluss gemacht hat. Reinhard Rauball ist nicht nur erster Mann bei Borussia, sondern auch Präsident des Ligaverbandes DFL. Sein Manager in Dortmund ist Hans-Joachim Watzke, auch einer der Kind Kritiker. In Hannover hat Kind mit solchen Leuten nicht viel zu tun. Die Fangruppierung „Rote Kurve“ folgt Kind schon seit Jahren. Auf eine Positionierung des Dachverbandes wartet man in Hannover bislang vergebens. Anders sieht es da bei seinen Kritikern aus, die Kind vorwerfen, Tradition aufs Spiel setzen zu wollen und den Fußball weiter zu kommerzialisieren. Warnende Beispiele seien die Vereine im englischen Fußball, wo Kapital in Milliardenhöhe verbrannt wurde und viele Klubs kurz vor dem finanziellen Aus stehen.
Diese Beispiele lässt Kind nicht gelten. Er verweist gebetsmühlenartig auf sein Konsensmodell, das lange Laufzeiten für potentielle Investoren und Bedingungen für ein Engagement vorsieht, um eine Geldverbrennung wie in England zu verhindern. Kind müht sich, aber es scheint ihn niemand hören zu wollen. Doch Martin Kind sucht weiter die Diskussion, er will seinen Vorstoß und sein Konzept vorstellen und auch die Kritiker überzeugen. Dass er dabei nicht immer die Emotionalität im Fußballgeschäft berücksichtigt, hat Kind schon einige Male leidvoll erfahren müssen. Aber er ist niemand der so schnell aufgibt. Kind will eine neue Werteordnung im Fußball, eine Ordnung, in der es auch für Hannover 96 möglich sein soll, oben mitzuspielen. Angesichts der Tabellensituation seines Klubs hat er derzeit wohl keine Argumente für potentielle Investoren.
Mehr über Martin Kind und seine Pläne: im Exclusiv-Interview auf www.hsv3000.de