Vorentscheidung

HSV: Alles oder nichts

HAMBURG. (oz) Es lag eine ganz merkwürdige Stimmung über dem Volkspark am heutigen Dienstag. Und es fiel merklich allen Beteiligten schwer, den Vorfall um Paolo Guerrero vom vergangenen Sonntag nunmehr abzuhaken.

Trainer Bruno Labbadia liess seine Mannen heute regenerieren. Während die Stammspieler bereits nach gut 60 Minuten das Trainingsgelände wieder verliessen, mussten die Reservisten weiter ran.

Ruud van Nistelrooy, der am Sonntag wegen muskulärer Probleme in beiden Oberschenkeln ausgewechselt worden war, absolvierte lediglich ein Kraft- und Ausdauertraining.

Auch er bemühte sich, den Flaschenwurf nunmehr zu vergessen:

„Paolo hat sich entschuldigt und der Verein hat eine Entscheidung getroffen, damit ist es jetzt auch ok. Wir sind Kollegen und stehen füreinander ein. Am Donnerstag wollen wir zusammen eine Runde weiter kommen.“

Auch van Nistelrooy hatte nur Ansätze von Erklärungen, warum es in der Bundesliga derzeit nicht rund läuft für den HSV:

„Es ist schwer für uns, gegen Mannschaften zu spielen, die nur hinten drin stehen. Dagegen haben wir bis jetzt noch kein Mittel gefunden und das muss sich ändern. Aber das zu schaffen, geht nicht von heute auf morgen. Wir müssen weiter hart arbeiten.“

Im Rückspiel gegen Lüttich erwartet van Nistelrooy wieder ein ganz anderes Auftreten seines Teams:

„Es ist eine ganz andere Sache in der Europa-League. Es geht für uns um alles oder nichts. Das weiß jeder in der Mannschaft.“

Paolo Guerrero wird mit der Mannschaft nach Lüttich fahren. Auf einen Einsatz des Peruaners zu verzichten stand für Trainer Bruno Labbadia nie zur Entscheidung an:

“Paolo hat sich mehr als einsichtig gezeigt und wird sich bei dem Fan entschuldigen. Damit gibt es für uns überhaupt keine Überlegungen, auf ihn zu verzichten.“

Einen Einblick in sein Seelenleben und wie er mit den Diskussionen über seine Person umgeht, gab der Trainer nicht. Für ihn gilt es, wie für den gesamten Verein, am Donnerstag einen weiteren Schritt in Richtung Finaleinzug zu machen.

Clubchef Bernd Hoffmann wollte sich ebenso nicht mehr zu Spekulationen äussern:

„Wir werden am Ende der Saison eine Bilanz ziehen und das wird hoffentlich erst nach dem 12. Mai sein. Bis dahin werden wir uns einzig und allein auf das Erreichen des Europa-League-Finales konzentrieren.“

Für den HSV geht es am Donnerstag um mehr als nur darum, ein Spiel zu gewinnen. Das Ergebnis dürfte Massstab für eine gesamte Saison werden.

Es geht um alles oder nichts.