Europa-League

Mit Kampf und Leidenschaft zurück

HAMBURG. (oz) Sie haben gekämpft, Herz gezeigt, gebissen, gezittert und gewonnen. Der HSV hat sich am Abend mit einer leidenschaftlichen Vorstellung zurück gemeldet und einen weiteren kleinen Schritt in Richtung Finale der Europa-League gemacht.

Die ersten fünfzehn Minuten des Spiels gehörten den Hamburgern. Trainer Bruno Labbadia brachte neben den beiden Spitzen Petric und van Nistelrooy mit Jonathan Pitrojpa einen weiteren Offensivspieler. Eine taktische Meisterleistung, denn Pitroipa setze über die Außen immer wieder Spitzen nach vorn und brachte die Abwehr der Belgier ein ums andere Mal in Verlegenheit.

Der HSV erspielte sich deutliche Feldüberlegenheiten, hielt das aber nur bis zur 25. Minute aufrecht. Durch viele Nachlässigkeiten fand Lüttich zurück ins Spiel und ging schliesslich nach einer Ecke durch Dieudonné Mbokani in Führung.

Doch die Gastgeber liessen sich von der Führung nicht beeindrucken. Es folgten Chancen im Minutentakt durch Petric, Ze Roberto und van Nistelrooy, doch erst Mladen Petric in der 42. Minute konnte durch einen Foulelfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1 verwandeln. Ruud van Nistelrooy brachte die Rothosen noch vor dem Pausentee in Front. In der 45. Minute gelang dem Holländer nach einer Flanke von Dennis Aogo der Führungstreffer zum 2:1 Endstand.

Die zweite Halbzeit hatte dann alles, was man von einem spannenden Fussballspiel erwartete. Standard Lüttich machte die Räume weiterhin eng. Der HSV drückte auf ein weiteres Tor, doch die Mannen um Kapitän David Jarolim kamen im Mittelfeld nicht mehr so gut, wie noch im ersten Abschnitt, zum Zuge, so dass sich ein Überzahlspiel meist schon wieder nach zwei Ballkontakten ins Gegenteil verkehrte und Lüttich durch Konter den Weg zum Tor suchte.

Doch was in den letzten Spielen nicht klappte, glückte an diesem Europapokalabend eindrucksvoll. Die Führung im Rücken gab dem HSV Sicherheit und auch wenn noch nicht alles zu 100% gelang, so war das Spiel heute ein wichtiger Schritt zurück zu alter Leistungsfähigkeit.

Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie die Kritik der letzten Tage angenommen hat. Auch wenn das 2:1 kein Vorsprung ist, auf dem sich die Mannschaft im Rückspiel ausruhen kann, haben die Spieler doch mitnehmen können, dass Kampf und Leidenschaft die richtigen Mittel sind. Zurück in die Herzen der Zuschauer, die ihre Mannschaft  bedingungslos unterstützten und sich nicht von der negativen Stimmung, die geschürt wurde, haben anstecken lassen.