Trotzreaktion

Zé Roberto fordert Pflicht und Verzicht!

HAMBURG. (oz) Am Tag danach merkte man allen Akteuren des Debakels in Leverkusen den Ärger über sich selbst an. Egal wen man am gestrigen, zunächst sonnigen Montag auch nach den Gründen für die Niederlage fragte, die Antwort war einhellig, dass man sich von Leverkusen den Schneid hat abkaufen lassen.

Für Guy Demel hatte der HSV die letzte Karte im Kampf um die Champions-League-Plätze verspielt, Dennis Aogo hatte keine Erklärung für die schwache Leistung und Jerome Boateng beklagte, dass man sich mal wieder nicht als Spitzen-Mannschaft präsentiert habe. So wie die Sonne sich an diesem Vormittag langsam verabschiedete, so grauer wurde auch die Stimmung im Volkspark.

Während Bruno Labbadia die Ersatzspieler zur Trainingseinheit bat, hiess es  für die Verlierer von Leverkusen auszulaufen und sich zu regenerieren. Als Bruno Labbadia sich nach dem Training den Journalisten stellte, zeigte sich, wie enttäuscht auch der Coach von der Leistung seiner Mannschaft war.

“Wir haben in der zweiten Halbzeit alles vermissen lassen, was eine Spitzenmannschaft ausmacht. In der ersten Halbzeit haben wir besonders in den ersten 25 Minuten ein richtig gutes Spiel gemacht, wir sind sogar nach dem Führungstreffer für Leverkusen zurück gekommen. Was dann in der zweiten Halbzeit passiert ist, haben wir heute entsprechend angesprochen und klar die Fehler der einzelnen Mannschaftsteile analysiert. Wir müssen weiter hart an uns arbeiten.”

Dass die Mannschaft müde wirke und nicht fit genug zu sein scheint, liess Labbadia nicht gelten. Jeder einzelne, der für den HSV spiele, müsse sich darüber klar sein, dass man in Bundesliga und Europa-League eben einen Drei-Tages-Rhythmus verrichten müsse. Wenn man den Anspruch habe, dazu auch noch Nationalspieler zu sein, müsse jeder an seine Grenzen gehen.

Auch Zé Roberto sprach den Zusammenhalt in der Mannschaft an: “Jeder in der Kabine hat die Pflicht an sich zu arbeiten und den anderen zu unterstützen. Sowohl auf dem Platz als auch außerhalb. Alle Spieler müssen ihre persönlichen Befindlichkeiten zurück stellen.”

Trotz allem Ärger über die Leistung vom vergangenen Sonntag, blickten alle auch wieder nach vorn. Bereits am Donnerstag steht das Rückspiel in der Europa-League auf dem Programm. Der Rhythmus der letzen Wochen geht weiter und der Mannschaft bietet sich so sehr schnell die Gelegenheit, einiges wieder gut zu machen.

Sowohl die Fans, als auch der Trainer warten nun auf ein Zeichen der Wiedergutmachung.