Irrsinn

Trainerdiskussion: Nur Störfeuer Abseits des Rasens!

HAMBURG. (oz) Es sind keine leichten Tage für den HSV. Dem anstrengenden Kraftspiel gegen Hertha BSC folgt bereits am Donnerstag die Hürde RSC Anderlecht in der Europa-League. Sonntag geht es dann zu Bruno Labbadias ehemaligen Klub Bayer 04 Leverkusen, bevor in der Woche darauf das Rückspiel in Anderlecht und das nächste Duell um die Champions-League-Qualifikations-Plätze gegen den FC Schalke 04 warten.

Eine Menge Arbeit also für das Team und die sportlich Verantwortlichen, schliesslich kann sich in den nächsten 14 Tagen eine ganze Saison entscheiden.

Da gilt es um so mehr, Störfeuer von außen zu vermeiden und den ganzen Fokus auf die Vorbereitung zu legen. Doch die ersten Brände scheinen bereits gelegt. Es wird Kritik am Trainer laut, es gibt Vorwürfe, Bruno Labbadia würde falsch trainieren, seine Personalentscheidungen seien zweifelhaft und die Unterstützung in der Mannschaft wäre nicht mehr die Selbe, wie zu Beginn der Saison.

Sehen wir uns die Fakten einmal an: der HSV steht in der Bundesligatabelle auf Platz 4 und ist in Schlagdistanz zu Bayer Leverkusen. In der Europa-League steht das Team im Achtelfinale und hat noch alle Möglichkeiten, das Finale in Hamburg zu erreichen. Der HSV hat in den letzten Monaten mit akuten Personalsorgen zu kämpfen gehabt, Stützen der Mannschaft fielen lange Zeit aus und wochenlang wurde mehr über die Verletztenliste gesprochen als über die guten Ergebnisse, welche die Mannschaft trotzdem erzielen konnte.

Die spielerische Leichtigkeit des HSV, wie man sie zu Beginn der Saison bewunderte, ist verloren gegangen. Das ist angesichts der Ausgangslage aber auch nicht verwunderlich. Schliesslich befindet man sich am Ende einer anstrengenden Saison mit vielen englischen Wochen und fast alle der zurück gekehrten genesenen Spieler haben noch nicht wieder das Niveau erreicht, auf dem diese vor der Verletzung waren.

Bruno Labbadia wird sicher auch aus den vergangenen Monaten gelernt haben. Viele, die ihn für seinen Optimismus während der langen Verletztenmisere gelobt haben, kritisieren nun seinen Umgangsstil, sein Training und werfen ihm vor, seine Personalentscheidungen scheinbar nicht ausgiebig genug mit seinen Spielern auszudiskutieren.

Piotr Trochowski gilt dabei gern als Beispiel, dass Labbadia nicht fair mit seinen Spielern umgehe. Trochowski ist einer der begabtesten Spieler in der Bundesliga. Leider ist es genauso unbestritten, dass er seiner Form zurzeit hinterher läuft. Guten Leistungen wie beispielsweise im Rückspiel gegen Eindhoven und den FC Bayern, folgen immer auch wieder Auftritte, in denen er seinen Fähigkeiten hinterherläuft.

Dass Trochowski aber ein Kämpfer ist, hat er oft genug bewiesen. So auch heute beim Training, in dem er lautstark Bälle forderte, sich für keinen Weg zu schade war und ansatzlos Tore schoss. Aber auch unter Ex-Trainer Martin Jol hat der Nationalspieler bisweilen  zu leiden gehabt, aber „Trotsche“ hat es immer wieder geschafft, sich ins Team zurück zu spielen. Genau hier muss er wieder ansetzen. Wenn seine Leistungen stimmen, wird Labbadia nicht an ihm vorbei kommen.

Bruno  Labbadia gilt als moderner Trainer, der sich über Darmstadt, Fürth und Leverkusen an die Spitze der Bundesliga hochgearbeitet hat. Dass Labbadia beim HSV noch nicht über die Erfahrung eines Felix Magath verfügen kann, sollte dennoch unbestritten sein. Labbadia ist im Begriff, in Hamburg seine Mannschaft aufzubauen, dabei geht er unbeirrt seinen Weg.

Vorstandschef Bernd Hoffmann hat Bruno Labbadia bei seiner Verpflichtung mit einem 3-Jahres-Vertrag ausgestattet und gesagt, dass man in Hamburg etwas aufbauen will. Diesen Weg sollte man jetzt auch gehen. Der HSV wäre schlecht beraten, eine Trainerdiskussion zu führen, weil einige es wollen oder ein paar Spieler sich schlecht behandelt fühlen. Die Saison ist noch nicht zu Ende, die Erwartungen auf Seiten aller sind ohne Frage groß, gerade deswegen gilt es, die ganze Energie auf die nächsten Wochen zu legen.

Der Trainer ist derjenige, der den Ton vorgibt, der für die Ergebnisse der Mannschaft verantwortlich ist und der am Ende als erstes zum Teufel gejagt wird. Gerade deswegen sollte man auch Vertrauen in die Arbeit von Bruno Labbadia legen, schliesslich weiß er am besten, wie er diese zu machen hat.

2 Kommentare

  1. Thomas Krüger
    Erstellt am 9. März 2010 um 19:16 | Permanent-Link

    Ich sehe es eigentlich auch so, dass man gerade jetzt keine Trainer Diskussion führen sollte, aber wer einen Trochowski auf die Bank setzt (der gerade zwei super Spiele abgeliefert hat) und Torun spielen lässt, der noch nie etwas gebracht hat, darf sich nicht beklagen! Mit der Personal Politik wird es in 10 Jahren nichts mit der Campions League

  2. heiko
    Erstellt am 10. März 2010 um 06:30 | Permanent-Link

    also der trainer macht seine sache bei der personaldecke recht gut nur die wechsel politik in den letzten minuten der spiele verstehe ich nicht ! aber ein trochowski sollte sich bei den leistungen nicht beschweren ich denke 70% der fans würden ihn lieber heute als morgen verkaufen! was nicht meine meinung ist, ich denke wenn er sich den arsch aufreisst wird alles gut für ihn HSV ist der beste verein für trotsche also jungs wach werden dreck fressen und gewinnen.

    NUR DER HSV
    heiko

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