RSC Anderlecht

Trochowski will Akzente setzen

HAMBURG. (oh) Für den HSV geht es in den nächsten 13 Tagen an die absolute Leistungsgrenze, es sind die Wochen der Vorentscheidung. Zugegeben, diese Formulierung scheint mittlerweile etwas überstrapaziert, aber sie ist passend wie nie. Die Bundesliga lockt am Wochenende mit dem bis gestern ungeschlagenen Meisteraspiranten Bayer Leverkusen und sieben Tage später geben sich Magaths Knappen die Ehre im Volkspark. In der Europa-League kommt es im Achtefinale zum Show-Down mit dem Tabellenführer aus Belgien, dem RSC Anderlecht. Sicherlich eine schwere Partie, zumal das Rückspiel in Anderlecht stattfindet.

“Ich denke, dass das gar kein Nachteil ist. Wir müssen auch ein gutes Ergebnis rausholen wie gegen Eindhoven. Das ist ein riesen Vorteil, du bist immer noch im Spiel, selbst wenn du 0:2 zurückliegst. Du bleibst im Spiel, nur weil du 1:0 zu Hause gewonnen hast. Das wollen wir am Donnerstag wieder versuchen”, so Abwehrchef Joris Mathijsen.

Auch Nationalspieler Piotr Trochowski sieht gerade gegen Anderlecht einen entscheidenden Vorteil in der Ansetzung:

“In der Liga sind die klar dominierend, sind eine gute Mannschaft. Auswärts spielen sie etwas defensiver, da müssen wir mit mehr Ideen ins Spiel gehen und in der Offensive mehr Zutrauen haben”, so Trotsche.

“Zuhause sind sie mit den Fans im Rücken um einiges stärker und spielen auch offensiver. Da kann man im Rückspiel dann auch mehr machen, weil man da mehr Platz hat. Wichtig ist, dass wir zuhause vorlegen und ein gutes Ergebnis erzielen.”

Machbar, obwohl die belgische Jupiler Pro-League nicht zu unterschätzen ist. Ernster wird es auf nationaler Ebene, bei Niederlagen gegen Leverkusen und Schalke droht der Absturz aus den Europapokal Rängen in der Bundesliga.

“Es sind wichtige Wochen für uns und haben zwei Mannschaften die vor uns in der Bundesliga stehen vor der Brust. Da wollen wir  versuchen den Abstand zu verkürzen und andererseits wollen wir in der Europa League soweit wie möglich kommen”, so Abwehrspieler Dennis Aogo.

Aber der neue Superstar beim HSV Ruuuuuuud van Nistelrooy dreht an der Motivationsschraube und meint, wenn man alle 9 Spiele in der Liga gewinnen würde, sei man oben dabei. Realistisch?

“Na ja er hat recht. Wie man in der Vergangenheit gesehen hat,  haben es immer wieder Mannschaften geschafft. Wie auch Stuttgart in der letzten Saison, die haben mit einer Wahnsinnsserie noch die Champions League erreicht. Warum sollten wir das nicht schaffen?”, fragt Aogo.

Außerdem machte der der HSV bei starken Gegenern ohnehin immer eine bessere Figur, als bei potentiellen Absteigern wie Hertah am Samstag.

“Mannschaften die gegen den Abstieg kämpfen sind immer schwer zu spielen. Das wichtigste ist, gegen solche Mannschaften noch zu gewinnen, und das haben wir gemacht”, sagt Trochowski selbstbewußt, der gegen die Berliner bis zur 70. Minute auf der Bank auf der Bank schmoren musste.

Ob er am Donnerstag wieder spielen werde beantwortete Trotsche mit einem glasklaren “Ja”. Von Beginn an? “Klar, man will in jedem Spiel dabei sein, den Ehrgeiz hat man und ist nicht zufrieden mit der Entscheidung des Trainers. Man muss die akzeptieren und ich akzeptiere sie. Aber ich hoffe, dass ich am Donnerstag spielen und meine Akzente setzen kann.”

Mindestens 27.000 Zuschauer werden dies bezeugen können, denn soviele Tickets wurden im Vorverkauf bereits abgesetzt. (Update: 10.03.2010, 31.000 Tickets) Es sind noch ausreichend Tickets in allen Kategorien verfügbar – die Tickets kosten zwischen 15 und 48 EUR. Kinder können im Familienblock sogar für 6 EUR dabei sein.