Nervenstark

Trochowski:”Es ist ein geiles Gefühl!”

HAMBURG. (oh) Es ist die 79. Minute, Hamburg liegt 1:2 im Europa-League Rückspiel gegen PSV Eindhoven zurück. Rein rechnerisch sind die Rothosen nach dem 1:0 Heimsieg bereits in der nächsten Runde. Und doch ist diese 79. Minute entscheidend. Schiedsrichter Michael Dean aus England pfeift nach einem Foul an Boateng Strafstoß. Nationalspieler Piotr Trochowski schnappt sich die Kugel, geht zum Punkt und knallt das Ding voll in die Mitte, Isaksson fliegt von sich aus in die linke Ecke – Tooor 2:2 (Endstand 3:2 für Eindhoven). Ziemlich abgezockt, von vornherein geplant?

“Erst mal realisierst du, ok es ist Elfmeter. Du weißt ganz genau, jetzt wirst du schießen. Dann kommt eine gewisse Aufregung, es ist schon nicht ganz ohne einen Elfmeter zu schießen. Aber dann überlegst du dir, es ist eigentlich ein geiles Gefühl, so 1:1 gegen den Torwart. Und dann entscheidest du dich für eine Ecke oder halt die Mitte (grinst) und dann ziehst du ab.”

Mitten ins Vergnügen – Piotr Trochowski, der Mann für wichtige Treffer. Denn ohne sein 3:2 in der Nachspielzeit gegen Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag der Saison 2008/2009 würden wir heute nicht über diesen eiskalt verwandelten Elfmeter sprechen. Ob er sich dabei  als einen sicheren, abgeklärten Elfmeterschützen bezeichnet?

“Ich denke schon. Ich habe in den letzten zwei Jahren genug Übung gehabt, habe schon einige Elfmeter geschossen”, erklärt Trotsche.

Genau das wird auch Bundestrainer Joachim Löw in den letzten Jahren bei dem Hamburger bemerkt haben. Und so wird er sicher ungern auf einen coolen Elfmeterschützen in einem KO-Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft verzichten wollen. Ein Begleitumstand, den Trochowski neben seinen spielerischen Fähigkeiten mit in die Waagschale werfen kann.

Nächste Einsatzmöglichkeit im DFB-Dress wäre das Länderspiel am 03.März in München gegen Argentinien. Am Freitagvormittag berief Löw neben Marcell Jansen, Jerome Boateng auch Hamburgs Nummer 15  in das Aufgebot des Testspiels gegen die Gauchos von Diego Maradonna. Für Piotr aber keine so große Überraschung.

“Ich habe das schon erwartet, ich war bislang immer dabei”, so Trotsche.

Selbstbewußtsein hat er, das ist unbestritten. Eine Eigenschaft, die der HSV auch im Achtelfinale gegen den RSC Anderlecht wieder bestens gebrauchen kann, denn:

“Anderlecht ist stark, ich glaube die haben in der Liga sieben Punkte Vorsprung, haben glaub ich nur 19 Gegentore bekommen. Das spricht schon für die Mannschaft. Wir müssen versuchen im Hinspiel zuhause das eine oder andere Tor zu erzielen und dann ist Auswärts immer noch was drin.”

Vielleicht wieder mit einem Elfmeter, den nächsten gibt es ja unter Umständen schon am Sonntag bei den Bayern und gegen die verwandelte Trochowski bereits am 1. Spieltag der letzten Saison einen zum Endstand von? Richtig: 2:2!