Startelfdebüt

Besic: Zu Null gegen Juve – jetzt auch gegen Hannover?

HAMBURG. (oh) Er hat gerade mal 20 Minuten Einsatzzeit gegen Dortmund und 11 Minuten bei seinem Länderspieldebüt gegen die Slowakei auf der Uhr und doch gilt der erst 18-jährige Muhamed Besic für viele als der Heilsbringer der Stunde. Joris Mathijsen fehlt nach seinem doppelten Außenbandriss am rechten Fuß bis zur Rückrunde, Heiko Westermann rutscht nach links und schwupp ist die Lücke in der rechten Innenverteidigung frei für den Youngster – kein Jansen, kein Aogo, kein Demel, kein Diekmeier oder Benjamin – alle verletzt. Nur Lennard Sowah fährt als weiterer Abwehrspieler (auf der Bank) mit zu den Niedersachsen. Jetzt liegt es an ihm sich über die volle Distanz zu zeigen, denn auch in der Vorbereitung gegen Juventus Turin (0:0) kam Besic lediglich auf 45 Spielminuten. Doch von Nervosität wollte der Bosnier nichts wissen.

“Noch bin ich nicht aufgeregt, das kommt wahrscheinlich im Laufe des Tages, doch vor dem Spiel bin ich dann wieder voll konzentriert. Aber die ganze Woche war aufregend, erst der Einsatz gegen Dortmund und dann das erste Länderspiel in der Nationalmannschaft”, so Besic, der sich aber voll und ganz auf Hannover fokussieren will und versucht die Erlebnisse der letzten Tage ausblenden.

“Das was war muss man vergessen”, erklärte der Abwehrspieler und unterstrich damit seine mentale Stärke, in Phasen wie diesen die Konzentration hochhalten zu können.

Hinzu kommen seine Teamkollegen, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen: “Die Mitspieler haben mir gesagt, ich soll einfach ruhig bleiben – wie im Training. Nicht viel überlegen, sonst macht man Fehler.”

Fehler, die man ihm aber ganz sicher verzeihen würde. Aber wer schon gegen einen David Trezeguet oder Diego im Sommer beim Test gegen die Turiner zu Null gespielt hat, den dürfte Hannover 96 nicht wirklich schocken, oder doch? Denn mit 1,80 m und 77 Kilogramm ist Besic ja auch nicht gerade ein Hühne in der Abwehr.

“Ich versuche das mit Auge zu machen”, verriet der Bosnier, der damit seine körperlichen Maße ausgleichen will. Ein Auge hatte Besic auch schon auf das Debüt seines Internats-Kollegen Heung Min Son geworfen, als dieser bereits gegen den 1. FC Köln in der Startelf stand.

“Ich habe mich so für ihn gefreut, als wenn ich selbst gespielt hätte.”

Heute darf der 18-Jährige dann endlich selber ran und die Vorfreude für den ehemaligen Berliner (kam im Sommer 2009 von Tennis Borussia) ist groß: “Ich hoffe natürlich, daß wir gewinnen.”