Überraschung

Rincon: Vom Mittagstisch in die Startelf

HAMBURG. (oh) An einen Einsatz gegen St. Pauli hatte Tomas Rincon am Samstagnachmittag beim Abschlußtraining ganz sicher nicht gedacht. Und auch am Sonntagvormittag ging der Venezolaner von einem Platz auf der Bank aus. Doch plötzlich änderten sich die Vorzeichen. Guy Demel fiel wegen einer privaten Angelegenheit aus und machte den Weg für Rincon frei.

“Ich hatte erst nach dem Mittagessen erfahren, dass ich spiele und war schon überrascht, hatte aber keine Angst. Ein schönes Spiel war es nicht, aber eine super Atmosphäre. Es war sehr wichtig, dass ich mal wieder 90 Minuten gespielt habe.”, so Rincon.

Und der 22-Jährige machte seine Sache gut, wäre aber auch nach Dennis Diekmeier, der noch Trainingsrückstand hat, nur Nummer drei neben Demel gewesen. Tomas weiß aber, was es bedeutet, wenn ihn sein Trainer Armin Veh aufstellt.

“Es war nicht ganz einfach, aber ich bin immer bereit, wenn die Mannschaft mich braucht. Es ist nicht meine Position, aber ich habe schon mehrere Spiele dort gemacht und habe mich daran gewöhnt. Ich mag auch dieses 1:1 Duell auf dieser Position”, verrät Rincon.

Denn eigentlich ist Tomas Rincon eher der defensive Mittelfeldspieler, der auch gerne den dreckigen Zerstörer spielen kann und kompromislos dazwischen geht. Doch diese Position ist mit David Jarolim und Ze Roberto äußerst prominent und vor allem auch durch den Brasilianer spielerisch wesentlich filigraner besetzt.

“Ja klar, sie sind da, deshalb muß ich im Training Gas geben und viel daran arbeiten.”

Das hat er gestern gegen Pauli, unter den Augen seines Vaters Jose-Tomas Rincon, gut gemacht. Zufrieden spricht Rincon über den Besuch aus seiner Heimat und unterstreicht, wie schön es ist, dass seine Freundin Karina und seine Schwester Imalay ihn in Hamburg unterstützen.