2. Runde: VfL Osnabrück

DFB-Pokal: Ziel Achtelfinale!

HAMBURG. (oh) Nach dem wenig schmeichelhaften 0:3 gegen Rapid wurde schon fast eine kleine Krise herbeigeredet. Der Hurra-Fussball, den der HSV gegen Dortmund, Wolfsburg, Köln und Stuttgart zeigte, wurde auf unbequeme Weise in der Europa-League von Wien gestoppt. Dass gegen Frankfurt auch “nur” ein Unentschieden heraussprang machte die Stimmung dann auch nicht viel besser, “dabei hätten wir als Sieger vom Platz gehen können oder sogar müssen”, gab Bruno Labbadia nach dem gestrigen Vormittagstraining noch einmal zu Protokoll. Zudem erklärte der Coach, dass es gegen Frankfurt auch nicht zum Selbstläufer werden konnte, da auch Frankfurt noch ungeschlagen gewesen sei und dass man unter der Woche noch ein zusätzliches Spiel gehabt habe.

Bis auf Frank Rost, David Jarolim und Dennis Aogo blieben alle Akteure von Frankfurt im Trainingstrakt der Arena und kümmerten sich um die Regeneration. Auf dem Feld tummelten sich Castelen, Torun, Tavares, Pitroipa, Rozehnal, Rincon, Arslan, und Tesche. Hesl trainierte wie immer mit Claus Reitmaier, Jansen mit Athletik-Trainer Markus Günther. Und das sah auch alles schon wieder ganz ordentlich aus. Jansen also schon eine Alternative für Mittwoch im Pokal gegen Osnabrück? “Nein, auf keinen Fall. Er ist wochenlang weggewesen und hat einen viel zu großen Rückstand. Wie lange das jetzt dauert kann man noch nicht absehen”, sagte Labbadia.

Etwas Rückstand hat auch noch Marcus Berg, der nach der Verletzung von Paolo Guerrero unfreiwillig in die Rolle des Peruaners gedrückt wurde. Er selber sieht sich ja auch noch nicht bei 100%. “Das ist es, was wir ja auch wochenlang gesagt haben, dass wir ihn aufbauen müssen”, untermauerte Labbadia. “Die Zeit wollten wir ihm geben, doch wir mussten ihn früher als gedacht ‘reinwerfen’, aber er wird darauskommen, weil er einfach ‘ne Qualität hat”, so der HSV-Trainer weiter. Wie sich Marcus Berg gestern nach der Regenerations-Einheit über seinen gegenwärtigen Leistungszustand äußerte, lest Ihr hier.

Sicher ist wohl, dass wir Marcus Berg auch am Mittwoch im DFB-Pokal in der Startelf sehen werden und dass diese Partie gegen den Drittligisten wieder vollste Konzentration erfordert. “Es gibt ja kein leichtes Spiel mehr. Man merkt einfach jeder Drittligist oder Zweitligist ist mittlerweile klasse ausgebildet und für ein Spiel des Jahres werden die alles abrufen. Das wird wieder ein intensives Spiel für uns, aber wir wollen natürlich eine Runde weiterkommen”, sagte Labbadia, der für das Spiel gegen die Bayern am Samstag schon jetzt den Fokus schärft. “Wir haben es bis auf eine Ausnahme immer geschafft uns auf jedes Spiel zu konzentrieren, und das wird auch die Kunst in den nächsten Wochen und Monaten sein.”

Dafür bedarf es natürlich auch einer 100%igen Fitness und Ruhepausen für einzelne Spieler, Stichwort Rotation. “Wir haben ja von Anfang an gesagt, dass wir einen breiteren Kader brauchen und jeder gebraucht wird”, so der Übungsleiter der Rothosen, der auch seinen Spielern die Zeit geben will sich an diesen Dreitage-Rhythmus zu gewöhnen. “Ich denke, dass man gestern gesehen hat, dass wir körperlich mehr zuzusetzen hatten als die Eintracht. Natürlich kann auch Osnabrück Fussball spielen. Die haben zwar gegen den VfB Stuttgart II verloren, haben aber davor ihre Spiele gewonnen. Und wenn man das Stadion und die Atmosphäre da kennt, dann müssen wir uns auch wieder auf einen Pokalfight einstellen.”

Worauf man als HSV-Fan nach dem Elfer-Krimi gegen Düsseldorf in der ersten Runde vermutlich gern verzichten würde.