Optimistisch

Mathijsen:”Er ist einer der besten Torhüter in der Bundesliga!”

HAMBURG. (oh) Nur noch wenige Tage bis zur ersten harten Bewährungsprobe im DFB-Pokal gegen den fünftklassigen Torgelower SV Greif aus der Oberliga Nord-Ost. Es ist das Spiel des Jahres für die Mannschaft aus dem tiefsten Mecklenburg-Vorpommern rund 30 Kilometer vor der polnischen Grenze. Und vor allem ein Spiel, bei dem der Oberligist so rein gar nichts verlieren und alles gewinnen kann.

“Es ist nicht das erste Mal, dass wir so ein Spiel haben. Für uns ist das auch egal, wir müssen selber gut sein und dann gewinnen wir auch solche Spiele. Aber wenn man nicht mit 100% in diese Spiele geht, kommt man in Schwierigkeiten und kann sogar verlieren. Aber ich sehe das immer positiv, am Sonntag sind wir alle gefragt und werden ein starkes Spiel machen”, erklärt Joris Mathijsen, der fest an ein Weiterkommen glaubt.

“Ich denke, dass in der Mannschaft soviel Motivation steckt, dass wir dieses Jahr etwas erreichen können. Natürlich muss man die Resultate der letzten Jahre im Hinterkopf haben (08/09 gegen Bremen im Halbfinale, 09/10 gegen Osnabrück in der zweiten Runde ausgeschieden), aber das muss zusätzliche Motivation sein, um das Endspiel zu erreichen”, so der HSV-Abwehrchef.

Sprich, hinten Dicht machen und vorne einfach nur ein Tor mehr als der Gegner schießen. Die ultimative Formel im inneren Defensivverbund soll in dieser Saison Westermann und Mathijsen heißen. Doch nach 45 Minuten Cottbus und nur wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten, ist man von “eingespielt sein” noch weit entfernt, aber:

“Es war ok, es fühlt sich gut an”, sagt der Niederländer. “Diese Woche werden wir das im Training noch verbessern, dann ist das Pokalspiel und eine Woche später das Schalke-Spiel. Das reicht völlig”, so Mathijsen optimistisch. “Heiko ist ein guter Typ, ein guter Fussballspieler und im Augenblick klappt das ganz ordentlich.”

Ziel bis Saisonbeginn: eingespielte Automatismen. Automatismen, für die es auch in der Spieleröffnung einen braucht, der sich mit seinen Vorderleuten bestens versteht. Stichwort: Torhüter! Wer wird die Nummer eins? Morgen will Armin Veh nach dem Training die Katze aus dem Sack lassen: Jaroslav Drobny oder Frank Rost. Einen Favoriten lässt sich Mathijsen erwartungsgemäß nicht entlocken, aber:

“Ich habe jetzt dreieinhalb Jahre mit Frank gespielt. Er hat überragende Leistungen für den HSV gebracht. Ich denke, dass Frank, wenn er bei 100% ist, einer der besten Torhüter in der Bundesliga ist.”

Dennoch sieht er im Kampf um die Nummer eins auch einen Vorteil: “Konkurrenzkampf ist immer gut für die Mannschaft.”

Etwas zurückhaltender ist der 30-Jährige in der Kapitänsfrage:

“Nein, dazu sag ich nichts. Der Trainer entscheidet das morgen.

Ich habe schon oft gesagt, dass man einen Kapitän auf dem Platz braucht. Wer das ist, ist eigentlich unwichtig. Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir ein paar Jungs haben, die in der Kabine etwas sagen und auf dem Platz zeigen, dass sie immer da sind.”

Ein Sinnbild für “immer da” ist er dabei selbst. Und so würde sicher auch nichts gegen Joris Mathijsen als neuen Kapitän sprechen, Erfahrungen als Leader hat er. Bevor er zum HSV kam, war der Niederländer bei AZ Alkmaar der Chef auf dem Platz.